Ein Stern am Laufmode-Himmel

Stella, der Stern und nebstbei Tochter eines der one and only Beatles, macht in Mode. Aber nicht nur in Haute Couture, sondern auch in Sport-Fashion. Ob sie hierbei auch selbst läuft, Gymnastik oder Yoga macht, wage ich zu bezweifeln, bei 4 Kindern und all dem Designen. Vielleicht sieht deshalb die Laufmode Stella McCartney for adidas auch – etwas anders aus. Und wer hat den Mut, dies beim Sport auch anzuziehen? Klarer Fall für MICH!

Aus rein therapeutischen Zwecken – ich habe ja von meiner Lauf-Depression geschrieben – fiel ich beim adidas-online-Shop ein und habe den Warenkorb im ersten Schritt ordentlich gefüllt, um dann das eine oder andere Stück wieder zu entfernen. Übrig geblieben ist einerseits ein sowas von grüner Hoody – so grün, dass Regenwälder, Laubfrösche zusammen dagegen blass vor Neid werden müssen. Ein schrilles, sattes Grün, irgendwo zwischen Hell- und Dunkelgrün. Dazu dann noch der originelle Stil mit leichten Fledermausärmeln und einem Stoff, an dem Tiefseetaucher ihre Freude hätten. Das zweite markante Teil ist ein frech und wild gemustertes Kunststoff-Höschen, das ich derzeit nur als Drüber nehme. Ob ich mich im Sommer damit auch bloßbeinig auf die Straße traue, sei derzeit noch dahin gestellt.

Bodo war leicht geschockt, als ich daheim meine kleine Modeschau zelebrierte.

Das grüne Teil wird jetzt zu Weihnachten erstmals ausgeführt. Ich hoffe, die Rehe im Wald fürchten sich nicht, wenn ich wie Robin Hood über die Wurzeln hinwegfege. Grün soll doch therapeutische Qualitäten haben – oder nicht?

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p.s.: nebstbei im Arm: unser Tagebuch von unserer Wanderung 2013 – gleich hier auch online!

Kann Kleidung Berge versetzen?

Ich meide ja seit einigen Advent-S-Kalendern (das mit dem neuen Füge-S im Advent habe ich noch nicht so ganz lieb) die Shopping-Straßen dieser Welt, sprich des Wiener ersten und sechsten/siebten Gemeindebezirkes, denn so wie auf unseren Pilgerwegen finden wir Völkerwanderungen nur als Bedrohung für unsere eigenen Füße. Allerdings warten seit Monaten einige meiner Uhren (trotz Einbruch in meiner Wohnung vor über 10 Jahren hat sich wieder einiges an Zeitmessung angesammelt) auf eine neue Batterie. Und nachdem es in einer Nebenstraße der vollkommen daneben gegangenen Begegnungszone MaHü, wie die Mariahilferstraße im Insider-Jargon heißt, einen älteren Herren gibt, der um € 3 statt um € 7 Batterien inkl. Dichtheitsüberprüfung wechselt, bin ich am vergangen Freitag Nachmittag direkt vom Büro hingepilgert – nicht zu Fuß, sondern mit dem Bus. Und nachdem ich schon mal da war, habe ich mich kurz der Begegnung ausgesetzt. Zum Glück haben sich die Wiener Bevölkerung und die Touristen auf den Samstag eingeschossen, sodass es annähernd human und normal zugegangen ist. Ich war in diversen Geschäften, mehr, um gewisse Basics für mich zu finden als sonst was schauen, doch etwas ist deutlich hängen geblieben:

Mutieren wir schön langsam zu Außerirdischen mit 3 Köpfen, 5 Bodies, 30 Beinen und 100 Füßen? Wer bitte, soll all die Baumwolle, die Seide, all das Polyester, Nylon und Leder je in seinem zeitlich begrenzten Leben anziehen? Ich finde es eigentlich sensationell, dass das menschliche Auge hier noch Signale ans Hirn aussenden kann wie: „Das da gefällt mir!“, „Die Farbe steht mir!“, „Das muss ich haben!“ Ich habe mich selbst im Untergeschoss beim Peek & Cloppenburg kritisch beobachtet, beobachtet, wie mein Augenscan reagiert und was erfasst wird. Und ich bin stolz auf mich, weil ich mich ganz gezielt zwischen den Kleiderhaken und Wühltischen bewegt habe. Trotzdem konnte ich das beklemmende Gefühl nicht loswerden, unter einer Lawine begraben worden zu sein. – Bitte, gebt mir frische Luft!

Ich vermisse im normal-preisigen Sektor ein wenig das „less is more“, das Gefühl vermittelt zu bekommen: du bist die Auserwählte unter den S, M oder L, die dieses Kleidungsstück sein (ihr) eigen nennen darf. Nein, so ist es nicht, denn wenn es von einer Kleidungsgröße gleich 5 Stück gibt, kann man davon ausgehen, dass man dann demnächst auf der Straße das Teil mehrfach sehen wird. Die Kunst liegt dann darin, mit dem Drumherum, den Kombiteilen und den Accessoires, die Individualität zu schaffen, die einen jeden von uns einzig macht. Vielleicht ist das ja auch gar nicht einmal so schlecht. Dass sich beste Freundinnen wie Zwillinge kleiden, ist eine andere Sache und altersbedingte Hilfslosigkeit hinsichtlich des eigenen Ich.

Eine weitere Erkenntnis meines Ausfluges in den Überkonsum: es gibt den einen oder anderen Vorteil gegenüber dem anonymen Online-Shoppen. Hier im Getümmel existiert noch ein gewisser sozialer Kontakt, wenn zB der Mann Dessous für seine Liebste kauft und sich hilflos an eine Verkäuferin wenden kann, wenn ich im Gespräch das Geheimnis „wie halten halterlose Strümpfe“ gelüftet bekomme (ich verrate es gleich weiter: nicht mit Cremedusche pflegen und keine Bodylotion an der entscheidenden Haftstelle verwenden – Wahrheitsgehalt noch nicht bestätigt!) oder wenn ich an der Kassa geduzt werde. Schrecklich ohne Zweifel sind die Umkleidekabinen und ernüchternd ist die Erkenntnis, dass ich bei G-Star nicht in den geilen Overall passe, der mit XS und S nur für androgyne Barbiepuppen geschneidert wurde.

Kleider können keine Berge versetzen, aber sie bescheren doch ein kurzes Hochgefühl – zumindest solange, bis man den Slim-Faktor-Spiegel im Geschäft mit dem eigenen Spiegel daheim getauscht hat. In real Life schaut eben so manches Wunschbild anders aus! Ich bin jedenfalls mit meiner „Beute“ (2 graue dünne Baumwoll-Pullover, neue Leggings in Schwarz bedruckt bzw. Grau-Camouflage sowie zwei dünnen Schals) zufrieden. Und das mit den halterlosen Strümpfen muss ich erst testen – ich hoffe mit Erfolg. Ich werde natürlich darüber berichten.

Schwarz auf Weiß

Da auch ich nicht vor einer Verkühlung verschont bin – kein Wunder: in unserem Großraumbüro tanzen die Bazillen fröhlich vor sich hin, die Heizung läuft auf Hochtouren und zu selten werden die Fenster geöffnet – ziehe ich derzeit morgens leider nicht meine Laufschuhe an (obwohl ich sicher bin, dass mir frische Luft gut tun würde – gestern war ich gute 11 Stunden im office ohne Frischluft!). Was also tun mit der „gewonnenen“ Zeit? Gestern habe ich mit dem Swiffer in der Wohnung getanzt. Heute dachte ich mir: schaust doch mal, welche Winterjacken und -mäntel du noch im Kleidersack versteckt hältst. So trage ich lieber nur Jacken, egal, ob darunter Hose oder Kleid, aber es gibt auch den einen und anderen Mantel, der meint, wieder einmal getragen werden zu wollen. Ein bisschen erschrocken bin ich, weil bis auf einen cognac-färbigen Mantel, den ich nur bei absoluten Tiefsttemperaturen tragen kann, alles schlichtweg Schwarz ist. Auch wenn ich so im Büro einen Blick auf den Garderobenständer werfe oder mir auf der Straße der Leute um mich herum bewusst werde: die Nicht-Farbe Schwarz herrscht vor. Woran liegt es, dass man sich in einer Jahreszeit, die an sich schon grau und dunkel ist, freiwillig auch eher dunkel kleidet und so mit der Umgebung verschmilzt? Will man inkognito durch den vorweihnachtlichen Rausch kommen oder glaubt man, dass man sich gegenüber der überall ausgebrochenen Lichtverschmutzung schützen muss? Oder sind wir doch nur alle in irgendeiner Form schwarze Schafe, die im weißen Schnee nicht verloren gehen wollen?

Ich habe die Mäntel vorerst wieder weggelegt und mich heute in Grau gekleidet – passend zum Nebel, der den Blick nach draußen verwehrt.

Wer swapped, hat mehr vom Leben!

Gestern war es wieder einmal soweit: Aufruf zur Swap-Party im Novomatic-Gebäude gleich neben dem Wiener Naschmarkt – der „Flohmarkt“ der anderen Art öffnet seine Pforten für einen Tag. Das Thema: bringe 5 Fashionteile mit – egal, ob ehemaliges Lieblingsteil, Teil, dem du entwachsen bist, Fehlkauf oder  egal, warum – dieses Mal nicht nur für Ladies, sondern auch für Kids und Gents. Ich trenne mich, weil seit vielen Jahren ungetragen und daher nur Platz im Schrank okkupierend, von einem langen grünen Kleid, von dem Bodo meint, ich sehe aus, wie eine OP-Schwester, einem langen schwarzen Crinkle-Rock, den ich bei meiner Sponsion getragen habe (und seitdem nicht mehr), einen Blazer, der in Ungnade gefallen ist, eine Patchwork-Pluderhose von Desigual, die Bodo so gar nicht mag, da ihn ein tief liegender Schritt an Inkontinenz erinnert und zum Schluss noch verrückt bunte Stiefel mit klapperndem Pfennigabsatz.

Ich habe mich wieder zum Helfen angemeldet – meine Schicht ist von 11:00 bis 16:00, gemeinsam mit 14 anderen helfenden Händen, wobei uns bald die eine und andere Hand abhanden kommen wird. Obwohl wir 8 Damen uns kaum bis gar nicht kennen, ist die Aufgabenteilung relativ rasch und ohne zickenhaftes Gehabe koordiniert: zu dritt stehen wir beim Check-in, zwei nehmen die 5 Teile pro Person entgegen; wenn es ein Teil mehr ist, sagen wir auch nicht nein. Allerdings darf sich keine / keiner mehr als 5 gebrauchte neue Teile mitnehmen. Ich werde nach wenigen Minuten zur „Aufhängerin“ dieser Swap-Party und bekomme somit jedes geliebte oder nicht mehr so geliebte Stück in die Hand. In den nächsten Stunden werden das schon so um die 1.500 Kleider, Oberteile, Hosen, Jacken, Mäntel, Accessoires werden. Der Andrang ist riesig. Bald schon komme ich mit dem Aufhängen kaum nach, die Kleiderbügel (und vor allem die Kleiderspanner) schwinden zunehmend; noch kommt nichts aus dem Schauraum bzw. dem Check-out zurück. Die Kolleginnen, die die Kleidungsstücke im Schauraum nach Geschlecht und Größe vertragen müssen, schleppen sich ordentlich ab. Mir ist heiß und der Gaumen wird trocken. Mit Kennerblick lege ich mir bis zum Nachmittag drei Kleider und drei Gürtel zurück, die ich halbwegs interessant finde, denn wenn ich die Sachen für die Meute jetzt freigebe, werde ich sie nicht mehr wiedersehen. Nachträglich ärgere ich mich, dass ich mir nicht auch den schwarz-glänzenden trenchcoat-artigen Mantel mit Messing-Nieten, ein ungetragenes Stück Modegeschichte von einem London-Trip, geswappt habe, denn der Mantel hat Klasse und sticht auch der Masse hervor. Keine Ahnung, warum die Lady ihn nicht mehr mag. Eines muss leider gesagt werden: die Zahl der richtigen Gustostückerln ist sehr rar. Geschätzt 90% aller Modeeindrücke stammen von diversen Billig-Modeketten, die sich mittlerweile über den ganzen Globus oder zumindest über Europa verteilen. Zu Recht hat sich eine Dame, eine der wenigen, die richtig gute Sachen gebracht hat, beschwert, dass sie im Gegenzug für ihre Mitbringsel eigentlich keine adäquaten Stücke erbeuten könne. Eine Künstlerin (Schauspielerin oder Sängerin) kommt mit zwei großen Ikeasäcken und ist schon beim Check-in so enttäuscht, dass sie die beiden Säcke bei uns hinter dem Annahmetisch deponiert. Sie bietet mir zwar an, dass ich mir etwas aussuchen könne, aber beim schnellen Durchschauen in einem der wenigen Augenblicke, wo keine Swapperin am Tresen auspackt, ist für mich klar: dieser Promi hat zwar Geschmack, aber einen anderen als ich.

Gegen Mittag bekomme ich endlich etwas zum Trinken. Das Fernsehen war auch da und hat uns bei der „Arbeit“ gefilmt. Ich glaube aber fest, dass sie mich wieder aus dem Clip rausgeschnitten haben, denn ich war wohl zu energisch beim Kleiderbügel-Catching. Außerdem stand mir der Kameramann im Weg. Die Füße in den hohen Wedges schmerzen schon – nächstes Mal ziehe ich auch Sneakers an so wie Kollegin Sophie, die ganz in Schwarz gekleidet knallorange Nikes trägt und mir die angenommenen Kleidungsstücke entweder so hinhängt, dass sie mir bei meinem System im Wege sind oder mir die Sachen einfach hinschmeißt. Nun gut, sie ist einer der Mitorganisatorinnen, da darf man wohl etwas überheblich sein. Um 4 Uhr nachmittags schnappe ich mir dann meine Beute und ziehe mir die Kleider auf der Toilette schnell über den Kopf, ohne mich davor auszuziehen – wird schon passen, denke und hoffe ich – sonst kommt´s zur nächsten Swap-Party im Frühjahr. Die drei Kleider sind jetzt nichts Außergewöhnliches oder allzu Flippiges: ein schlichtes graues Kleid mit großem Ausschnitt – wahrscheinlich zu tiefblickend vom MamaLicious, ein echter Boss in hellgrauem Strick und ärmelos, dafür unten balloniert und dann noch das für mich komplett untypische chanel-artige weiße Kleid mit einem Stinktierartigen schwarzen Blockstreifen längs über den ganzen Rücken.

Nächstes Jahr bin ich als Helferlein sicher wieder dabei, denn obwohl es für uns alle in unserem Bemühen, alle schnell zufrieden zu stellen, doch recht stressig ist, macht es Spass. Zu sehen, mit welchen Textilien (und Kunststoffen) sich die Menschheit verhüllt, die unterschiedlichsten Geschmäcker zu entlarven und einfach zu sehen, wie gierig alle sind. Der Jagdinstinkt nach einem quasi Gratis-Schnäppchen existiert auch (und vor allem) bei Frauen. Das, was augenscheinlich gefällt und vielleicht passen könnte, wird an den Leib gedrückt, nur, damit keine andere es wegschnappt. Vergessen ist der dabei der eigene Einsatz. Ich sehe eigentlich nur aufgeregte und fröhliche Gesichter, ab und dann vielleicht kleine Verzweiflung, weil noch nichts Passendes dabei war. Kluge Köpfe legen sich bei unserer Sammelstelle auf die Lauer, um hier schon abzuchecken, ob etwas Passendes dabei ist. Eine Frau zB kommt alle 10 Minuten vorbei – sie sucht Oberteile in Large. Der Großteil, der bei uns abgegeben wird, hat Größe Medium. Small liegt an zweiter Stelle und alles, was noch kleiner ist, kann ich kaum am Spanner aufhängen. Und bei vielen Besucherinnen hat man das Gefühl, dass sie deshalb noch nicht auschecken, weil es könnte ja noch das ultimative neue Lieblingsteil kommen. Zugegebenermaßen denke ich abends, nachdem ich endlich zum Sitzen gekommen bin und mich wieder ein wenig erholt habe, dass ich nochmals hinschauen könnte, vor allem dann, wenn meine Beute sich als ungenießbar erweisen sollte – aber siehe da, mein Kennerblick hat mich nicht im Stich gelassen: die drei Kleider passen quasi perfekt (beim Fotoshooting meinte Bodo zwar: „Oh Stretch, das wächst noch mit!“), zwei der drei Gürtel sind ok, den dritten im Cow-Style kann ich nur als Brustgurt tragen oder ich versuche es mal als breiten Armgurt. Man muss kreativ denken und das werde ich – spätestens bis zum nächsten Swap-Event.

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Kann Liebeskind denn Sünde sein?

Heute früh kam ein Packerl für mich bzw. habe ich es bei meinem Vermieter abgeholt, der meine private Paketannahmestelle im Haus ist. Die Paketbringer, egal, ob von der Post, UPS oder DHL läuten bei uns wohl gar nicht mehr an, weil sie wissen, dass Bodo und ich ab spätestens 8 Uhr nicht mehr zu Hause sind. Ich nach meinem Morgenlauf nassgeschwitzt wie immer die letzten beiden Treppen im Laufschritt genommen. Zumindest war ich so cool, dass ich mich zuerst unter der Dusche ent-olft habe, bevor ich dann das mäßig verpackte Paket geöffnet habe – und da ist sie: die übercoole Tasche von Liebeskind – frisch vom Versand (www.impressionen.at): blau-grau, etwas shabby, ein gestickter Tigerkopf vorne weg, eine Außentasche für das Wichtigste im Griff, schmale Henkel, viel Innenraum – und aufgrund einer zusätzlichen Metallkette schon jetzt ohne Inhalt schwer in der Hand – gutes Armtraining! Ach ja: irgendwo ist noch ein kleiner Totenkopf – ich hoffe, der schreckt jeden Taschendieb ab. Ich bin irgendwie richtig aufgeregt – komisch, denn ich habe auch andere Handtaschen bzw. „Überlebenskoffer“, die mich nicht so in Ekstase versetzen. Aber da ich mit den Jahren auch vernünftiger geworden bin – echt, das stimmt! -, werde ich übers Wochenende nochmals „in mich gehen“ – aber ich glaube, dass die Seite „du brauchst keine neue Handtasche“ der anderen Seite „das hast du dir verdient“ ordentlich unterliegen wird. Darf frau sich selbst nicht ab&dann (und öfter) selbst belohnen? Sozusagen dafür, wieder eine Arbeitswoche geschafft zu haben – diese sogar mit Polizeikontakt – und das kam so: ich war am Dienstag die Letzte im office und habe beim Alarmscharfschalten den Alarm ausgelöst. Bei uns wird dann sofort die Polizei alarmiert. Diese fuhr bald mit Blaulicht die Straße entlang und fand nicht unser Büro, weil wir keine wirkliche Adresse haben (unser Bürogebäude ist ein temporäres am Rand eines Park). Ich bin dann raus auf die Straße und „durfte“ gleich auch einsteigen – hinten auf die Verbrecherbank. Jetzt bin ich bei den Helfern der Stadt bekannt! Ob die von meiner so gut wie schon zu mir gehörenden neuen Tasche – echt ein Liebeskind – auch begeistert wären?liebeskind

Partnerlook versus Individualität

Derzeit haben Bodo und ich eine sehr konträre Auffassung darüber, wie lange eine Jeans noch tragewürdig bzw. tragefähig ist. Umso umfassender die Wort-Spiele (wir sind noch nicht im Stadium der Wort-Gefechte angelangt!), wenn es sich um eine Lieblingsjeans handelt.

Was das Verhüllen unserer vom Paradies gegebenen Kleidung betrifft, sind Bodo und ich vergleichbar mit Tag & Nacht / Sonne & Mond (also Ha-tha), Yin &Yang!

Er: greift im Morgengrauen zielgerichtet zu Unterhose, Socken, Jeans und variiert eigentlich nur in dem, was seinen Body bedecken soll: T-Shirt Kurzarm / Langarm oder doch ab & dann ein kariertes (bügelfreies!!!!) Hemd. Wenn es kühler ist, Gilet oder Fleece-Jacke – und das war´s dann auch schon, denn im Schuhwerk gleichermaßen gibt es kaum Experimente und am liebsten die atmungsaktiven Sneakers von Keen. Eine Angelegenheit von ein paar Minuten. Unter der Dusche, da braucht er schon bedeutend länger.

Ich: stehe jeden Tag vor der Qual der Wahl. Und es spielen viele Faktoren mit: Wie ist das Wetter? Habe ich einen „normalen“ Arbeitstag oder gibt es doch eine Besprechung, bei der ich ein bisschen Businesslady sein sollte? Bin ich heute auch zu Fuß unterwegs? Wie ist meine Laune heute Morgen? Wie fühle ich mich in meiner Haut? Bin ich kreativ und experimentierfreudig oder wähle ich einen schon erprobten Look? Wie schaut mein Zeitguthaben aus, bevor ich die Wohnung verlassen muss? Sich am Vorabend schon zu überlegen, in was mich der nächste Tag sehen wird? Das klappt gar nicht: entweder habe ich es dann schon wieder vergessen oder es ist ein der oben angeführten Umstände eingetreten, die besagtes Vorhaben komplett umstürzen können. So kommt es auch sehr regelmäßig vor, dass ich mich mehrmals umziehe, bis ich dann so halbwegs zufrieden bin. Und wehe, wenn die Schuhe / Stiefel dann nicht dazu passen!

Ein Beispiel – gestern erst passiert:

1. Durchgang: graue weite Hose und rot-kariertes Oberteil mit leichtem Glanz – eine Katastrophe in der Kombi! Vor allem, weil das Oberteil wohl eine Fehlkauf war bzw. nur zum dazu passenden Rock getragen werden darf.

2. Durchgang: die Hose darf bleiben, aber ein schlichtes Oberteil in beige-grau – der vorprogrammierte mentale Supergau, passend zum Novembergrau.

3. Durchgang: das leichte pflaumen-grau-blaue Kleid von Diesel, mit dazu passendem Schal, blickdichte Leggings und meine flachen Airstep-Stiefel (die Zalando übrigens derzeit unverschämt reduziert im Sale anbietet!!!), drüber meine heißgeliebte Lederjacke.

Dazwischen viel Gemurre und das eine oder andere Sch…. Bodo, der gestern frei hatte, noch im Bett liegend, hört natürlich alles mit und amüsiert sich köstlich über meine Verzweiflung. Sein breit grinsender Kommentar: wenn du mich gefragt hättest, hätte ich dir gleich das Kleid empfohlen!

Und jetzt stelle man sich vor, wir würden uns á la Beckhams (Vicy und David) immer im Partnerlook anziehen! Never ever möglich! Ich bin nicht der 100%ige Jeanstyp, und Bodo in Knallrot – auch eher unwahrscheinlich. Wer richtet sich nach wem? Wer darf sozusagen den Textil-Ton angeben? Mal der eine / mal der andere oder wird das verbal und handgreiflich ausgefochten?

Um weiterhin beim Wort-Spiel bleiben zu können, ist es angeraten, dass ein jeder in seinem individuellen Gefiedere verharrt – und mir zum Glück zwei Drittel des Kleiderschranks bleiben, weiters eine Kommode und ein Schuhschrank!

(Uff, fast hätte ich mich heute in mein eigenes Verderben gestürzt!)

Mann im Anzug

Ich war vergangene Woche bei einem Kongress zum Thema Green & Blue Building (seitdem ich mit der Gebäudezertifizierung des Erste Campus betraut bin, tu ich mich da weiterbilden – von Netzwerk kann allerdings noch keine Rede sein). Wie allein an der Referentenliste abzulesen, eine stark männerdominierte Veranstaltung – und natürlich bei Veranstaltungen dieser Art erscheint das starke Geschlecht in der Business-Verkleidung: Anzug, Hemd, Krawatte, seriöses Schuhwerk.

Erst nach dem Kongress und einmal Schlafengehen ist mir eines fast ins Bewusstsein gesprungen: den wenigsten Männern stehen Anzüge oder andersrum: die Anzüge von der Stange passen fast nie zu den Körpermaßen. Oft sind die Schultern viel zu breit geschnitten, vor allem, wenn sich dann weiter unten ein Bäuchlein unterm Hemd durchdrückt. Die Ärmellängen sind auch nicht immer exakt abgestimmt – wobei ich allerdings nicht weiß, was hier ideal wäre. Darf/soll die Hemdmanschette rausschauen, die Rolex oder Omega sichtbar sein oder muss der Ärmel bis zum Daumen reichen? Und dann diese Bundfaltenhosen: in den meisten Fällen zu schlodderig am Bein. Wenn dann jeMANNd auch noch klein ist, schaut´s unter Umständen so aus, als wäre die Hoffnung auf Größenzuwachs noch nicht aufgegeben. Auf dem Kongress habe ich eigentlich nur einen Mann gesehen, dem der Schnitt des Anzugs gut gepasst hat – Maßanfertigung? Dass der preußischblaue Stoff glänzend war, ist eine andere Sache. Die rotbraunen Schuhe waren ein signifikanter Bruch, haben mir aber keinen Augenkrebs verursacht.

Ich persönlich finde, dass die Kombination Stoffhose/Jeans und Sakko dem Großteil der männlichen Gentlemen besser steht und durchwegs businesstauglich ist.

Krawatte: nichts schlimmer als junge Außendienstmitarbeiter, die sich da den Strick um den Hals legen müssen! Junge Leute, deren Stilgefühl sich noch entwickeln muss und die Krawatte meistens ein Notkauf beim Kleiderbauer. Mir tun die echt leid!

Wie schaut´s aus beim Anzugspendant bei den Frauen? Nicht besser, würde ich meinen. Hier orte ich meistens zu enge und zu kurze Blazer, die Hose dafür pickt am Po und auf den Schenkeln – das kann einfach nicht dazu beitragen, gut im Job zu sein! Für mich wäre ein Job mit Anzug- oder Kostümzwang ein NoGo. Wenn ich weiß, ich muss zum Vorstand oder es gibt eine wichtige und hochkarätig besetzte Besprechung, dann greife ich zu einem Kleid, nicht immer zu den Schuhen / Stiefeln, die man sich dazu erwarten würde, ein großes Tuch allenfalls und selten drüber ein Blazer. Ich brauche freie Beweglichkeit in Schultern und Rücken. Ein Blazer mit dickem Stoff und Innenfutter (auch schrecklich!!!) blockiert – jedenfalls empfinde ich das so. Die Modewelt hat bereits darauf reagiert: es leben die Sweatshirt-Blazer! Die sind schön weich im Stoff, können ruhig etwas knapper sitzen und machen eine halbwegs gute Figur. Sowas trage ich schon auch mal!

Zurück zur Männerwelt: Euch würde ich wirklich wünschen, dass die Zeit reif ist für digital-maßgeschneiderte Anzüge, die man(n) sich im 3D-Drucker ausplotten kann, je nach Anlass und saisonal bedingtem Körperumfang inkl. Typberatung. Mann! Das wird spannend!

Kundenrezensionen

Verhindert aufgrund eines verregneten Wanderurlaubs und dem nachfolgenden übervollen Arbeitspensum habe ich blogmäßig leider pausieren müssen … aber yeah: I´m back again!

Bei meinem letzten Spaziergang im Zalando-Kleider-Land habe ich, obwohl gelenkt vom inneren Aufschrei „Ich habe nichts anzuziehen!“, dieses Mal nicht wahllos gierig meinen Warenkorb befüllt und damit die Verpackungs- und Versandmaschinerie angeheizt, sondern habe – ganz cool im Kopf – vorweg die Kundenmeinungen angeklickt. Zuerst nur grob überflogen, kamen mit der Zeit Amusement und großes Staunen dazu. Schon eigenartig, wie zu ein und demselben Artikel die Meinungen derart auseinandergehen können: von „macht eine super Figur“ bis hin zu „unvorteilhaft sackartig“ – hallo: sprecht Ihr von ein und demselben Kleid?

Das hat mir aber vor Augen geführt,

–        wie unterschiedlich jeder von uns ist

–        was ein paar Zentimeter mehr oder weniger in Breite / Größe / Umfang ausmachen können:

entweder verliebt sich frau in ein Kleid, eine Hose, ein Shirt, ….

oder aber frau gleitet in totale Frustration ab, weil „es“ bei einem selbst so gar nicht passt!

Überzeugen mich die Meinungen anderer oder will ich es besser wissen, will ich mir meine eigene Meinung bilden? Online-Shopping ist für uns 24-h-voll-beschäftigten Frauen die Erfindung des Jahrhunderts, weil unabhängig von jeder Öffnungszeit. Aber was ist mit den Öffnungszeiten der Post oder der Hermes-Annahmestelle? Wer hat schon einen netten Vermieter oder jemanden sonst im Haus, der tagsüber daheim ist, um mein Packerl entgegen zu nehmen? Irgendwann muss ich zumindest einmal die Zeit finden, um bei Post / Hermes oder sonst wem vorbeizuschauen. Und wenn man für die Retouresendung nochmals Zeit aufwenden muss, ist es endgültig vorbei mit dem online-Komfort! Da kann ich nicht einmal ein positives Sternchen vergeben! Aber ich weiß, dass ich spätestens nach Durchsicht der bereits eintrudelnden Herbst-/Winterkataloge wieder schwach werde! Die Spirale dreht sich weiter und weiter und weiter …

Mein Warenkorb ist dieses Mal leer geblieben – zu viele negative Übereinstimmungen auf meiner imaginären Stricherlliste.

Das führt mich aber zu einem viel erschreckenderem Gedanken: wird nur mehr Masse statt Klasse produziert? Lebt der Handel davon, schlechte Ware so verlockend anzubieten, dass man nicht umhin kommt, zuzugreifen (gaaaaanz gefährlich auch die Jahreszeit SALE!!!), um dann nach relativ kurzer Zeit alles daran zu setzen, die erbeuteten Enttäuschungen bei willhaben.at oder einer Swap Party oder einer Reinigungskraft aus xy-Land wieder loszuwerden? Natürlich mit einer ausgesprochen Spitzenbewertung / einer persönlichen Kundenrenzension!

Die Spirale dreht sich weiter und weiter und weiter …

Übrigens: Bei meinen auf willhaben.at platzierten Fashion-Schnäppchen handelt es sich wirklich um Spitzenware!

TOP SWAP im Hilton Vienna

Jede von uns hat zu viel Klamotten im Schrank – schöne /  schreckliche /solche, die aus Leidenschaft, aus Gier, aus Frust hier im Lande oder im Ausland gekauft wurden / solche, die Frau einfach „haben musste“ (und ja keine andere) – das Phänomen der Beute ist faszinierend und bekommt für mich nach der althergebrachten Tradition “ Männer sind Jäger – Frauen Sammlerinnen“ eine neue Bedeutung.

Ich war am vergangenen Freitag Zeugin dieses Beuteschemas – bei einer  SWAP Party unter dem besonderen Motto „a girls night out“ im noblen Hilton Vienna – also Glitzer, Glamour, Pailletten und a lot of sex! Meinem Organisationstalent entsprechend habe ich mich nicht als Laienmodel (trotz High-Heel-Catwalk-Erfahrung bei der LaDonna 2010) gemeldet, sondern als wichtiges Helferlein am Puls des Geschehens, nämlich bei der Kleiderannahme – Qualitätscheck und Vergabe der Einlöspunkte von 1-3, beim Eingang – hier der beste first look auf Jäger- UND Sammlerinnen, im Shop – wer wird von was, im wahrsten Sinne des Wortes, magisch angezogen, beim Check-out – welches Kleidungsstück hat schlussendlich eine neue Besitzerin auf Zeit gefunden?! Wie leicht lässt sich Frau zu fashion-Dingern hinreißen, wenn es quasi nix kostet? Eine Swapperin sagte mir beim Check-out: „Eigentlich passt mir das Ballkleid ja gar nicht, aber es ist sooooo schön!“ (und war nebenbei gesagt eines der Kleider, das ich zum Tauschen mitgebracht hatte). Andere dagegen – so wie ich (siehe unten) – sehr gezielt und stilsicher und begnügten sich mit einem neuen Teil. Andere wiederum haben ihre Einlöspunkte mehr als vorhanden eingelöst; ein paar Augen habe ich schon zugedrückt, aber da andere wiederum nicht alle Punkte eingelöst haben, war das „Abrechnen“ in Summe unterm Strich dann wieder ausgeglichen.

Toll für mich war die gelöste Stimmung aller Frauen, Freundinnen, egal, ob 20 oder 60, der Spass, den alle hatten – ich nenne es „zwangloses Klamotten-Besäufnis“ (mit dem einen und anderen und noch einem Gläschen Prosecco mehr als zutreffend).

Und ich selbst?: Bei mir haben ein neues Heim gefunden: ein helles, leichtes, langärmeliges Kleid von Lila …. habe ich schon getragen – mein geschultes Styling-Auge hat mich nicht im Stich gelassen (Foto folgt) – und schwarze Prada-Pantoletten, die ich hoffentlich beim Spaziergang ins Office nicht im Park verlieren werde, denn Pantoletten an meinen Füßen haben die Angewohnheit, dass sie sich gerne selbstständig machen …

Links:
– TopSwap: http://www.topswap.at
– Fotos: http://www.haffertography.com und http://www.derfritz.at