Lasst uns eine TELCO machen

Einsam im homeoffice? Nach der anfänglichen Schockstarre scheint mit einem Mal frischer Wind reinzukommen. Dank Skype for Business, Zoom und einigen anderen vergleichbaren Tools ist es möglich, Besprechungen im kleinen Rahmen abzuhalten, ohne sich physisch treffen zu müssen – mit oder ohne Videobild. Ich selbst bevorzuge natürlich (!) die Variante ohne  optische Ergänzung, auch wenn ich „ordentlich“ angezogen bin und mein fortgeschrittener Haarwuchs sich noch in Grenzen hält. Mir kommt aber das Grauen, wenn ich meiner durch den Blickwinkel der Notebook-Kamera verzerrte Visage gewahr werde!

Mittlerweile habe ich auch den Dreh heraus, dass ich mir, ohne schreien zu müssen, Gehör verschaffen kann.

Wie alles im Leben gibt es auch hier Licht & Schatten, Vorteile & Nachteile, Stärken & Schwächen:

  • Die Besprechungen automatisch kürzer, weil man nicht gemeinsam an einem Tisch sitzt.
  • Es nehmen auch weniger Personen teil, was einerseits zwar zu mehr Effizienz und produktivem Output führt (… führen kann …), andererseits aber die Gefahr birgt, dass die Informationen nicht an „Alle“ weiter getragen werden.
  • Man sollte tunlichst noch vorher aufs Klo gehen und sich mit Kaffee / Tee / Wasser versorgen.
  • Garderobenzwang ist mitnichten aufgehoben – im Fall Videocall sollte man aber zumindest „oben rum“ fesch sein.
  • Mitbewohner*innen sollten sich in der Zeit der Telco oder des Videocalls möglichst unauffällig und leise verhalten – für Eltern derzeit aber wahrlich eine Herausforderung!
  • Powernapping geht nun nicht mehr, weil man sich auf das Gehörte mehr konzentrieren muss – die Synapsen werden dadurch positiv angeregt.
  • Für die Ohren ist es aber eine Belastung! Es bietet sich zwar an, mit Kopfhörer und Mikrofon oder dem Handy teilzunehmen. Aber nachdem die übertragene Qualität in Hinblick auf Lautstärke und Sprachverständlichkeit von Teilnehmer zu Teilnehmer sehr unterschiedlich ist, muss man teilweise die Ohren spitzen und teilweise wieder zuklappen. Ich war gestern Abend nach 90 Minuten Telco, bei der ich Protokoll geführt habe, ganz schön groggy im Kopf!
  • weniger menschliche Ausdünstungen, mehr Sauerstoff (auch wieder gut fürs Gehirn), kein physisches Händeschüttel, kaum Smalltalk – die Telco endet, wenn man (im übertragenen Sinn) den Hörer auflegt.
  • Aber ohne Zweifel, ein probates, tolles Mittel, um in dieser Zeit der Isolation „safer contact“ haben zu können – im Privatbereich werden mit derartigen Tools derzeit ja auch Geburtstage gefeiert – hier dann natürlich MIT Bild!

Mein Fazit: Ich finde Telefonkonferenzen gut, bekommt der Arbeitsalltag im homeoffice doch wieder ein bisschen mehr Spannung und Abwechslung, man fühlt sich mit den Kolleg*innen und sonstigen Berufspartnern verbunden, voneinander zu hören ist besser als nur voneinander zu lesen – man fühlt sich nicht ganz so allein gelassen & verloren!

Trotzdem: ich freue mich auch wieder, irgendwann im eiskalten oder überhitzten Baubüro mit einer Menge von Alphatierchen und Dominas ein „Schwätzchen“ zu halten 🙂

Il Papa, tutto solo

Am vergangenen Freitag gab es ein „Papst-Special“: Papst Franziskus hat den Segen urbi et orbi, der normalerweise nur zu Ostern und Weihnachten vor einer jubelnden Menschenmenge zelebriert wird, außerordentlich an diesem einfachen Wochentag erteilt – in Stille und Bescheidenheit. Der Petersplatz leer, mit Ausnahme vereinzelter Zaungäste und der unsichtbaren Security. Dazu strömender Regen, der auch gegenüber einem besonderen Kruzifix aus dem Mittelalter kein Erbarmen zeigte. Papst Franziskus gezeichnet vom Alter und gesundheitlichen Einschränkungen, aber vor allem vom Kummer darüber, was derzeit weltweit jeden einzelnen Menschen beschäftigt (mittlerweile sogar den Boss überm großen Teich …).

Die Stimmung: eine Mischung aus berührend, beklemmend, gespenstisch, machtlos.

Vor dem Segen eine als Meditation betitelte Ansprache mit dem Mantra: „Warum habt Ihr Angst? Fehlt Euch der Glaube?“

Ja! Wir haben Angst!

Angst, weil wir so gar nichts wissen, weil vorsichtige Prognosen des Vortags durch aktuelle Nachrichten bereits wieder ad absurdum geführt werden.

Angst, weil uns immer wieder eingetrichtert wird, dass wir nur gemeinsam diese Zeit überstehen können, doch „gemeinsam“ bedeutet „Abstand nehmen“ – wir verlieren zunehmend das Gefühl der Nähe. Dieses Verlustgefühl muss am vergangenen Kurz-Frühlings-Wochenende so stark gewesen sein, dass die Türen der eigenen vier Wände gesprengt wurden und alles und jeder nur hinaus in die Öffentlichkeit drängte – der Ein-Meter-Abstand ist sehr schnell auf wenige Zentimeter geschrumpft. – Regierung und Exekutive – in ihrem Bestreben, die Ausbreitung des Virus möglichst wirkungsvoll einzudämmen -, sind darüber zurecht nicht erfreut!

Seit heute 11 Uhr ist es daher fix: jetzt kommt der Mundschutz für alle! Adieu Vermummungsverbot! Adieu die Zeiten, als wir über asiatische Touristen geschmunzelt haben, die im Belvedere mit weißer Mundbinde Selfies schossen!

Kreative Hirngespinste: aus Halstüchern, Bandeaus oder Geschirrtüchern lässt sich sicher ein brauchbarer, individueller Mundschutz nähen – wiederverwendbar, weil waschbar. Primär geht es ja darum, den eigenen Speichel nicht in alle Welt zu versprühen. Abstand nehmen würde ich aber vor Damenbinden oder Babywindeln – aber wer weiß, auf welche Ideen wir in der Not noch kommen werden, denn ich bezweifle, dass die Supermärkte so rasch genügend Mundschutz (eindeutig ein Singularwort!) zur Verfügung stellen können.

Fehlt uns der Glaube? Ich hoffe nicht!

Wir müssen weiterhin daran glauben und zuversichtlich sein, dass eine Besserung eintreten wird. Wir wissen nicht wann – das ist das Handicap. Diese Tage, Wochen, Monate sind eine Prüfung für jeden einzelnen! Aber wir können und sollten tunlichst daraus lernen, lernen, dass unser Leben mit all seinen Vorzügen, Erleichterungen, Bequemlichkeiten keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein Geschenk – kostbar, unbezahlbar, wertvoll.

Hab keine Angst!

Bewahre den Glauben!

Sei dir bewusst, dass dein Verhalten einen (kleinen) Betrag dazu leistet, wie sich diese spezielle Zeit (im Großen) – und hoffentlich zum Guten – weiterentwickelt!

Hör nicht auf zu träumen!

Die Nächte werden seit einer Woche kürzer – am kommenden Sonntag werden die Uhren allen nebensächlich-lächerlichen Diskussionen zum Trotz wieder um eine Stunde VOR-gestellt. Viele Menschen schlafen derzeit schlecht, weil sie von Sorgen geplagt werden oder kommen gar nicht zum Schlafen, weil sie im Einsatz für Menschenleben Überstunden machen müssen.

Doch: Hör nicht auf zu träumen!

Plane in deinen Alltag Momente ein für süße, fröhliche, unbeschwerte Träumerei und lege diese Momente auf die hellen Stunden des Tages!

Suche dir ein Plätzchen in deinem Heim, schau aus dem Fenster, auf ein Bild, auf ein Foto oder schließe deine Augen.

Krame aus den Schubladen deiner Erinnerungen eine heraus, die dich damals glücklich gemacht hat. Schraube den Deckel der Memory-Konserve auf und lass die Aura dieser glücklich-machenden Erinnerung heraus. Lass dich von dieser Erinnerung einhüllen – und spüre / fühle das Glück!

Glücksgefühle fühlen sich warm an. Vielleicht verursacht Glück ein Prickeln in deiner Brust oder ein Kribbeln in deinem Bauch. Vielleicht möchtest du dabei lachen, vielleicht auch Glückstränen vergießen – Lass es einfach zu! Lass es zu, für einen Moment das Glück zu spüren!

Das klingt jetzt wie die Anleitung für eine Meditation – war so nicht geplant! Aber ich habe heute Morgen wieder einmal den Song „Tagträumen“ von der Gruppe Tagträumer gehört – schon zum Xten Mal, aber heute hat mich der Refrain einfach berührt – warum auch immer -, hat sich in meinen Ohren und in meinem Herzen festgefressen – und lässt mich einfach nicht mehr los!

Wir dürfen nur nicht aufhören zu träumen, nicht aufhören zu leben, nicht aufhören zu träumen.

Die Menschen dürfen nur nicht aufhören zu träumen, nicht aufhören zu leben, nicht aufhören zu träumen.

Wir träumen da wo wir wollen, da wo wir glauben der Traum wird hier realisiert.

Wir träumen einfach am Tag.

Ich werde heute einfach mal tagträumen!

Die 3-H-Regel

Fast wie beim Advent-S-kalender: jeden Tag eine kleine Überraschung – im konkreten Fall: jeden Tag eine neue Erkenntnis, ein neuer Aspekt, der sich aus der momentanen Situation ergibt.

Konkret: Wir schauen uns seit kurzem die Reklamesendungen an – zumindest, was die Sonderangebote im Supermarkt unseres Vertrauens betrefft, und: das Bezirksblatt. Bislang vom Briefkasten direkt im Altpapier gelandet, wird die dünne Zeitschrift nun zumindest durchgeblättert – und siehe da: ein Artikel, der lustig-kritisch Stellung bezieht zu dem, was da gerade so „abgeht“. – Ich zitiere hier den Autor, Dieter Chmelar (österreichischer Journalist, Fernsehmoderator und Kabarettist); den gesamten Artikel lege ich bei (ich hoffe, man kann´s mit genügend Zoom auch lesen!):

Das Gebot der Stunde – die „3 H-Regel“:

  • Händewaschen
  • Häuslichkeit
  • HUMOR!!! Dazu auch Guillermo Mordillo (der Zeichner kleiner knollennasiger Männchen): [Humor ist die Zärtlichkeit der Angst] … darüber lässt sich gut reflektieren …

Man beachte:

  • Hamsterkäufe
  • Hadern
  • Hoffnungslosigkeit

gehören NICHT zur 3-H-Regel!!!

Wie ernst die Lage auch sein mag (und längst ist): lieber LÄCHELN als Zähne fletschen!

Test für alle

Wir sollen alle getestet werden! Infiziert ja/nein? Immun ja/nein?

Ich frage mich gerade, warum ist zwar so schnell ein Corona-Test-Kit verfügbar, doch warum ist man (leider noch immer) so weit davon entfernt, ein wirksames Gegenmittel zu finden? Ich gehe natürlich davon aus, dass weltweit seit Wochen die besten Virologen, Chemiker und Naturheilkundler (?) sich ihre Köpfe zerbrechen, unermüdlich forschen, entwickeln, ausprobieren, … bislang leider ohne erlösendes „HURRA!“.

Was hat dieses Virus, das bildhaft als böses Knöllchen mit Saugnäpfen dargestellt wird, an sich, dass es unmöglich erscheint, einen würdigen Gegner zu finden, der aus dem Duell als Sieger hervorgeht? Wie wird man es – irgendwann einmal – handhaben, jeden einzelnen Erdenbürger mit dem Impfstoff zu versorgen oder wird es Anti-Corona als Tablette geben?

Das einzige, was Corona nicht mag, ist Isolation – es liegt daher an jedem einzelnen von uns, dem Virus keine Chance auf Vermehrung und Fortpflanzung zu geben (auch wenn im Frühling alles in der Natur auf Erbgutweitergabe eingestellt ist), seinen gierigen Saugnäpfen keine Möglichkeit zu geben, sich anzudocken! Jeder einzelne von uns kann sich so als würdiger Gegner erweisen – nicht „Alle für einen“, sondern „Alle GEGEN einen!“

Da la(u)cht der Bär!

Mal was „Corona-Freies“ – meine Erfahrungen mit Bärlauch:

Bodo und ich haben quasi am letzten Wochenende in Freiheit einen Spaziergang im Wald gemacht und wurden da auf andere Personen in gebückter Haltung aufmerksam – die Bärlauchsaison ist eröffnet!

Sollen wir auch? Sollen wir nicht? Ein Notfallssackerl (eigentlich als Raincover für den Fotoapparat gedacht) hätten wir ja dabei …

Noch unschlüssig gingen wir weiter. Als wir dann aber an einer Stelle vorbeikamen, die dermaßen saftig grün im einfallenden Sonnenlicht leuchtete, war´s auch um uns geschehen. Ziemlich schnell und ziemlich einfach fanden einzelne Blätter und ganze Büschel den Weg vom Erdreich ins Plastiksackerl (Sorry, ein Regenschutz kann nur als Kunststoffprodukt wirksam sein!). Leicht benebelt vom würzig-kräftig-intensiven Geruch machten wir uns auf den Heimweg –

Planänderung fürs Abendessen: Bärlauchsuppe. Im Internet rasch ein Rezept gefunden, das ohne Kartoffel und Schlagrahm auskommt, wagten wir uns gemeinsam an die Zubereitung heran: Bodo´s Stärke lag dabei am Waschen der Bärlauchblätter und später am Pürieren, meine im Bereitstellen der Zutaten, im Rühren und Würzen. – Ergebnis: mal was anderes, aber gut.

Allerdings: was tun mit dem Rest (eindeutig viel zu viel geerntet!)? PESTO mit gerösteten Sonnenblumenkernen, Olivenöl –

Am nächsten Tag gab´s daher dann grüne Pasta!

Und es blieben noch zwei Gläser mit Pesto übrig!

Davon ein bisschen was ins Gemüse-Käseomelett hineingerührt.

Und gestern habe ich mir zur „Krönung“ mit dem allerletzten Rest eine vegetarische Lasagne gemacht (Bodo hatte die Fleischvariante aus dem Tiefkühlfach :-). Das war dann aber eindeutig zu viel, zu viel für meine Geschmacksknopsen, zu viel für Bodo´s Nase – trotz Zahnpasta und Kaugummi!

Für uns ist die Bärlauchsaison 2020 daher eindeutig schon wieder zu Ende!

Sorgen – eingebildete und echte

Ist schon komisch, wie wir – insbesondere Frauen – ticken und welche „interessanten“ Aspekte und Sorgen da ans Tageslicht kommen:

  • Die Befürchtung, dass – anders als bei den Aktienkursen – die Kilo-Kurve extrem nach oben geht, ist mittlerweile kein offenes Geheimnis mehr, sondern hat Einzug in den Sozialen Medien gefunden (zB #schwere-zeiten) und ist damit populär.
  • Den „Vorstadt-Weiber“ Prosecco muss frau jetzt ohne Freundinnentreffen trinken. Und nachdem sich der Sprudel bekanntermaßen ja schnell verflüchtigt, muss frau in der Isolation die Flasche nun alleine leer bekommen (ausgenommen natürlich all jene, die noch brav dem Alkohol-Fasten standhalten – so wie ich!)
  • Wer bislang gewohnt war, seine Finger- und Zehennägel einer Fremdbehandlung zu überlassen, muss jetzt selbst zu Nagelschere, Nagelfeile, Nagellack – und Nagellackentferner (!) greifen oder alles dem natürlichen Lauf der Dinge überlassen. – Doch bitte: Passt in diesem Fall auf, wenn Ihr Euren Partner streichelt!
  • Richtig schlimm wird es aber, wenn man auf das Können eines Friseurs angewiesen ist. Wer schneidet meine Haare, wer färbt meinen Haarnachwuchs? Und NEIN: Weiße Haare als optische Dauerlösung sind überhaupt keine Option! Das seelische Wohlbefinden ist sowieso schon angeknackst, aber ein weiß-schimmernder Scheitel …?

„Sorgen“ von kinderlosen Frauen – zum Schämen, wenn man mitbekommt, welche Jonglagen berufstätige Frauen im homeoffice mit Kindern zu bewältigen haben! Ein Arbeitskollege von mir hat Frau und fünf (5!) Töchter im Alter von 1 bis 16; ein anderer aus meinem Stockwerk ist vor kurzem zum zwölften (12.!) Mal Papa geworden! Das ist dann das Sahnehäubchen auf die derzeitige Ausnahme-Melange!

„Sorgen“ von Frauen, die in einer geborgenen Umgebung leben dürfen – zum Schämen, wenn man sich bewusst macht, wie viele Frauen „daheim“ mit Gewalt, übermäßigem Alkohol-, übermäßigem Drogenkonsum konfrontiert sind, denn momentan gibt es kein Entrinnen, keine Fluchtmöglichkeit!

„Sorgen“ von Frauen, für die die Wohlstandsgeneration eine Selbstverständlichkeit ist – zum Schämen, wenn man endlich versteht, dass es viele Frauen gibt, alleinerziehend und mit geringen bis gar keinem Einkommen, die mehr denn je auf caritative Einrichtungen und soziale Unterstützung angewiesen sind.

„Sorgen“ von Frauen, die gesund uns schmerzfrei sind – zum Schämen, gibt es doch genug – vorwiegend natürlich ältere – Jahrgänge, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, die an einer Krankheit leiden und nun befürchten müssen, dass ihnen nicht mehr in der benötigten Weise geholfen werden kann.

COVID-19 und die Fastenzeit 2020 – Zeit zum Innehalten, zum Nachdenken, zum Dankbar-Sein!

Hausarrest – Woche „Zwei“

Die heutige Mutmacher-Parole in den Medien lautet: „Wir packen das!“

Stimmt – und trotzdem beginnt Woche „Zwei“ im homeoffice mit gemischten Gefühlen, denn es bleibt in unserer „Zelle“ verdächtig ruhig am Bildschirm und in der Telefonleitung.

In positiven Gedanken ertränkt?

In einer Krisenbewältigungsmeditation versunken?

Im Stand-by-Modus festgehalten?

Im Alles-weggearbeitet-Modus ausgerutscht?

Woche „Eins“ war neu, ungewohnt, zuweilen herausfordernd, machte neugierig, ängstlich, ungeduldig.

Woche „Zwei“ wird wohl eine Mischung aus Enge, Panik, Resignation und Gelassenheit werden.

Das beschauliche Wochenende dazwischen hat gutgetan: kein schlechtes Gewissen wegen dem Mittagsschläfchen oder dem stundenlangen Filme- / Serienrausch. Man war die meiste Zeit daheim wie auch in den Tagen davor, und trotzdem sind Samstag & Sonntag einfach etwas anderes als die Wochentage. Trotz kaltem Wind haben sich gestern Morgen einige Leute im Park sportlich betätigt: Joggen, Chi-Gong oder Bodywork – die Ein-Meter-Regel wurde dabei auch brav eingehalten.

Woche „Zwei“: Wir werden das nächste Level der Entschleunigung erreichen. Wir werden die nächste Stufe der Selbstreflektion erklimmen. Wir werden stolz auf uns sein, wenn wir uns nicht von diesem unsichtbaren Feind in die Knie zwingen lassen.

Ja! – „Wir packen das!“

Homeoffice und die Auswirkungen auf body, soul & fashion

Die meisten von uns – insbesondere Büro-Gazellen und Büro-Hengste – sind seit Beginn dieser Woche zum homeoffice verbannt. Bis vor kurzem war diese Art des Arbeitens eine Sache des Vertrauens zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer und meistens auf einen Tag pro Woche limitiert – vorzugsweise freitags, wobei hier dann wohl eher von einem – Hand aufs Herz – „Blue Friday“ die Rede ist? Ohne „Kontrolle“ arbeitet es sich vielleicht besser, weil ungezwungener, aber die häuslichen Ablenkungen sind doch sehr verlockend: „Jetzt erstmal ein gutes Frühstück und den Newsticker in Ruhe checken“, „Ich mache schnell noch die Wäsche, bevor ich mich der Arbeit widme“, „Ich kann nicht arbeiten, wenn ich Staub auf dem Boden sehe“, „Jetzt ist im Supermarkt noch nicht so viel los“, „Meine Freundin macht auch homeoffice – ich frag mal schnell nach, wie´s ihr geht“, … Natürlich! Das sind Einzelfälle, der Großteil der routinierten homeofficer arbeitet diszipliniert und lässt sich durch nichts und niemanden ablenken!

Jetzt aber ist das eintägige homeoffice dramatisch erweitert worden auf fünf Tage – von 09:00 – 17:00 Uhr auf sich alleine gestellt, nur mittels Mail und Telefonie mit den Kolleg*innen verbunden. Auf der einen Seite vielleicht Freude darüber, den nervigen Kollegen nicht sehen zu müssen, auf der anderen Seite fehlen einem die gemeinsamen Kaffee- oder Mittagspausen und der spontane Gedankenaustausch. Gut, wenn man einen Job hat, der unabhängig vom Coronavirus einfach „laufen“ muss. Blöd, wenn man, wie es bei mir gerade leider der Fall ist, brutal im Flow gestoppt wird, weil der Baustellenbetrieb eingestellt wurde, weil keine zu protokollierenden Planungs- / Baubesprechungen stattfinden – weil … meine Leistung derzeit nicht benötigt wird … 🙁 …? Da kann so ein homeoffice-Tag ganz schön lang werden! Man fühlt sich unnütz, unproduktiv, hat gleichzeitig ein schlechtes Gewissen, wenn man dazwischen die Wäsche aufhängt oder mit dem Swiffer eine Runde zieht. Und ganz schlimm: dem Magen wird´s auch bald fad, und er fangt zu knurren an – fast so laut wie „unsere“ beiden frechen Krähen, die um diese Jahreszeit immer auf dem breiten Dachvorsprung herumstolzieren und lautstark ihre tägliche Nuss-Ration einfordern.

Die Gefahr von homeoffice besteht daher, dass man zu oft und gerne zum Kühlschrank oder zur „süßen“ Lade geht (ich gehe davon aus, dass die meisten von uns aufgrund des gegenwärtigen Ausnahmezustands ihr Vorhaben des „Zuckerfastens“ leichten Gewissens aufgegeben haben?). Obwohl: zum Kühlschrank / zur „süßen“ Lade GEHEN, ist ja auch eine Art von Bewegung?! Trotzdem: wochenlanges homeoffice könnte der Linie gar nicht gut tun! Und wenn man dann auch noch den ganzen Tag im legeren Schlabberlook verbringt, wo nichts zwickt und einengt, besteht leicht die Gefahr, dass man nach der Krise eine (andere) Krise bekommt! – Daher: Disziplin, Disziplin!

Apropos Schlabberlook: Wahrscheinlich arbeiten die Fashion-Designer in ihren Ateliers schon eifrig an Entwürfen für den neuen „homeoffice-Look“ – business-tauglich und trotzdem bequem – bislang steife Hosenanzüge nunmehr im bunt-fröhlichen Pyjama-Style und taillierte Kostüme vom sexy Negligè mit Spitzenjäkchen inspiriert. Ja, ich weiß, der Versuch, den nur den Nachtstunden vorbehaltenen Pyjama alltagstauglich zu machen, ist vor ein paar Saisonen ordentlich gefloppt. Jetzt aber besteht die Chance auf eine modische Revolution am Arbeitsplatz – zumal ich davon ausgehe, dass homeoffice „nach Corona“ stärker in Anspruch genommen werden wird als „vor Corona“.

Mir fällt gerade ein: Ich trage seit einer ganzen Woche – außer meinen Laufschuhen in der Früh – keine Schuhe! Gut für meine Füße, aber schlecht für meine Treter!

Figur / Gewicht / Mode – Gedanken zu den Auswirkungen aus dem Umstand „homeoffice“. Ein weiterer Aspekt ist mit Sicherheit die Auswirkung auf Skelett und Muskelapparat, denn die wenigsten haben daheim einen ergonomisch einwandfreien Arbeitsplatz, sprich Drehsessel und höhenverstellbaren Schreibtisch. Und es fehlen mitnichten die Schritte, um zum Arbeitsplatz zu kommen inklusive Stufensteigen. Ich sitze seit einer Woche am Hochtisch auf einem (zum Glück gepolsterten) Barhocker – und ertappe mich dabei, dass ich viel öfter als im Büro daran denke, gerade zu sitzen! Und eine Arbeitskollegin von mir hat berichtet, dass sie beim Telefonieren ihre Runden um den Essplatz dreht und so auch auf 2.000 Schritte pro Tag kommt. Das Internet ist mittlerweile voll von guten Tipps, wie man auch im homeoffice fit bleiben kann. Und wenn man sich körperlich annähernd gut fühlt, geht es auch der Seele gut. Vielleicht trägt dazu auch bei, dass der momentane Dauer-homeoffice-Tagesablauf zu einer Entschleunigung führt.

Die homeofficer sind mitnichten derzeit sogar begünstigte Personen, weil sie in den eigenen vier Wänden in Sicherheit sind, weil sie einen Job haben. Wie viele andere Menschen stehen da „draußen“ im Einsatz, sind dem Limit nahe oder haben es schon erreicht oder haben ihren Job (vorübergehend?) verloren – mein großer Respekt gilt Euch!

Diese spezielle Zeit lehrt uns viel!

Frühling versus Virus

Es ist schon paradox: Draußen erwacht die Natur zu neuer Blüte – und die meisten von uns bekommen davon nichts mit, denn nicht jeder verfügt über einen eigenen Garten oder hat rechtzeitig noch beim Blumen-/Pflanzencenter eingekauft, bevor zum Innehalten aufgerufen wurde. Was nutzt uns momentan das Hoch Helge oder Ingolf, wenn wir daheim sitzen und nur durch noch winterstaubverkrustete Fenster schauen können?

Man muss sich die Frühlingssonne einfach nach drinnen holen!

Wo und wie es nur geht, greife zu Wasser und Wischlappen und putz die Fenster. Das bringt Abwechslung und gleichzeitig eine gute Mischung aus Stretching und Kräftigung. Und der blaue Himmel leuchtet dann gleich viel strahlender!

Mach einfach die Fenster auf und lass die Frühlingsluft in Deine Wohnung hinein! Momentan ist es ja herrlich warm, und nachdem kaum Autos mehr fahren, auch angenehm ruhig.

Ich habe heute Morgen – sozusagen als erste „Amtshandlung“, bevor ich mein homeoffice geöffnet habe, die Blätter vom Gummibaum abgewaschen und damit die kräftig-grünen Blätter wieder zum Glänzen gebracht. Als die Mittagssonne vorbeigezogen ist, haben die Blätter richtiggehend zu leuchten begonnen!

Ich glaube, dass es in jeder Wohnung, in jedem Haus irgendetwas zu entdecken gibt, was man frühlingshaft verschönern oder verändern könnte. Jetzt ist die beste Zeit, die Winterdekoration zu verstauen. Irgendwo finden sich sicher noch ein paar bunte Deko-Eier oder bunte Tücher.

Zieh dir selbst auch etwas Fröhliches an, vielleicht auch etwas Verrücktes, was du in der Arbeit oder auf der Straße nie tragen würdest.

Kleine Spaziergänge (im Wald) sind erlaubt: der Bärlauch hat den Boden bereits übersät. Geh raus, nimm ein Sackerl mit, pflücke den frischen Bärlauch – ein Pesto ist schnell gemacht und schmeckt echt lecker!

Und wenn du dir momentan keine frischen Tulpen kaufen kannst, nimm Papier und Buntstifte / Filzstifte / Wasserfarben –, male dir selbst deinen Frühlingsblumenstrauß – er kann auch gerne abstrakt sein und hänge dein Meisterwerk gut sichtbar auf.

Die Community hat es bereits vorgemacht: der Eurovision Song Contest wird 2020 zwar nicht stattfinden, aber es gibt anscheinend irrsinnig viele – mutige, verrückte, talentierte (?) – Sänger*innen, die frei von der Seele weg vom Balkon herunterträllern und / oder das Medium Instagram verwenden – und viele singen weitaus besser als Robbie Williams mit nacktem Oberkörper!

Auch das ist eine Art von Frühling!