Advent 2020 – # 03

„Jeden Tag einen Schritt weiter zu gehen, kann auch ein schönes Ziel sein.

Vergangenem nachtrauern, heißt, Gegenwärtiges versäumen.“

Vor kurzem habe ich irgendwo gehört: Weil wir hinten keine Augen haben, können wir auch nicht der Vergangenheit hinterherschauen. Stimmt irgendwie: unsere Augen sind immer nach vorne gerichtet. Will ich zurückschauen, muss ich mich umdrehen bzw. zumindest den Kopf drehen – und schaue dann doch erst wieder nach vorne.

Vergangenes findet sein Bettchen in unserer Erinnerung – in einer Kommode mit vielen kleinen einzelnen Laden lässt sich alles unterbringen, was einem wertvoll erscheint. Von Zeit zu Zeit sollte man aber auch hier aussortieren, denn nicht jede Erinnerung muss eine Erinnerung bleiben! Manchmal wird es sogar notwendig sein, sich von bestimmten Erinnerungen endgültig zu verabschieden, um Platz für neue Erinnerungen zu schaffen.

Vergangenes ist geschehen – eine geballte Konzentration von kleinen Sequenzen einer Gegenwart, die viel zu schnell-lebig ist, um richtig erfasst werden zu können. Wie kann ich etwas versäumen, das schneller vorbei ist, als ich denken kann und erst im Nachhinein greifbar wird?