„Ich geh dann mal – und bleibe in Gedanken doch bei dir.“
Momentan ist es ja eher das Zusammensein auf Distanz, das unser soziales Miteinander prägt. Möglicherweise würde aber auch so manch einer unter uns Personen des gemeinsamen Haushalts ab & dann gerne komplett ausblenden (und dann nicht einmal einen Gedanken an sie / ihn / es verschwenden) – doch „Ich gehe dann mal!“ ist derzeit keine Option, und mit den Menschen, die man derzeit gar nicht persönlich sehen kann, bleibt nur: „Ich bin in Gedanken bei dir!“
Ich schaue gerade die Serie „The Crown“ – die Anfangsstaffel, als die Queen noch jung und die Zeiten noch etwas sperrig waren. Jedenfalls wird gezeigt, wie König Edward VIII, der aufgrund seiner Liebe zur von den Royals nicht anerkannten Wallis Simpson, schlussendlich abdankte und nach Frankreich zog, doch immer wieder versuchte, „seinem Land dienen zu können“, sprich, er besuchte London und schrieb abends dann leidenschaftliche Briefe an seine Liebste im Exil (Briefe, die – oh Wunder – bereits am nächsten Tag schon zugestellt wurden?!): „ich bin in Gedanken bei dir“, „in Gedanken teile ich das Kopfkissen mit dir“, … schmalzig und vielleicht etwas antiquiert, aber trotzdem: schön!
Mal ehrlich: Wie oft gibt man einem anderen Menschen, vor allem Personen, die einem doch sehr nahe stehen, zu verstehen (über Telefon, SMS, WhatsApp, …), dass man in Gedanken bei ihr ist?
Vielleicht ist es an der Zeit, heute, an diesem Advent-s-tag, jemandem eine Liebes-Botschaft zu senden?