Advent 2020 – # 20

„Am Ende wird alles gut werden,

und wenn es noch nicht gut ist,

dann ist es noch nicht am Ende.“
Oscar Wilde, irischer Schriftsteller

Wir alle mögen doch Filme mit Happy End: bei Rosamunde Pilcher finden zwei Menschen nach Intrigen und anderen Widrigkeiten schließlich doch zueinander; Indiana Jones hat am Schluss seine spannenden Abenteuer erfolgreich bestanden; ET findet wieder zurück zum Raumschiff; in Ice Age werden Manfred (das Mammut), Diego (der Säbelzahntiger) und Cid (das Faultier) zu besten Freunden, die gemeinsam durch dick und dünn gehen; und selbst Kevin allein zu Haus findet am Ende seine Familie doch nicht mehr so doof.

Offene Filmenden hingegen machen stutzig, verwirren – man fühlt sich ein bisschen zum Narren gehalten. Die Handlung ist halt nach 90 Minuten noch nicht abgeschlossen, der rote Faden hat noch nicht sein zweites Ende gefunden, Stattdessen wird die eigene Phantasie angeregt, man hat die Chance, sich ein eigenes Ende zusammenzuspinnen, wobei jeder von uns wahrscheinlich ein gutes Ende bevorzugt.

Wir alle sehnen uns nach einem Happy End – nach paradiesischen Zuständen (natürlich vor dem Sündenfall), voll Licht und Wärme, süßen Düften, angenehmen Klängen, sanften Berührungen, …

Ganz so funktioniert es in der Realität natürlich nicht! Aber: vielleicht müssen wir nur ein wenig „kleiner“ denken und versuchen, auch in scheinbar unwichtigen Dingen ein Happy End zu entdecken: in herrlich duftender Weihnachtsbäckerei, in einem schön geschmückten Baum, in einem Glühwein nach einem langen Spaziergang in der Kälte, in einer einfachen Eierspeis, in …

Es wird alles gut sein – am Ende oder vielleicht schon ein wenig früher!